Die Pädagogik

Egal wie selbstständig oder eingeschränkt ein Kind im praktischen Leben ist, sein eigentliches Wesen ist immer gesund. Diesem gilt es zur Entwicklung zu verhelfen. Die Schwächen des einen Schülers helfen dabei die Stärken des anderen zu entwickeln. Auf der Grundlage der Waldorfpädagogik lernen die Schüler nicht nur vieles, was andere Schüler auch lernen. Jedes Kind ist ein körperlich und seelisch wachsendes Individuum, das zur Entfaltung seiner leiblichen Fähigkeiten und zur Kommunikation mit der Welt befähigt wird. Im sozialen Kontakt mit der Gruppe reift es dazu heran. Schon vor Schulbeginn mit der ersten Klasse suchen wir die Zusammenarbeit mit den Eltern, denn ohne ihr Mitwirken an der pädagogischen Arbeit hat Schule für uns keinen Sinn.

Die Klassen

Sorgfältig wird jede Klasse zusammengestellt: Als Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf separieren wir nicht, wir bilden Klassengemeinschaften - auf dass der eine dem anderen Vorbild und Hilfe sei: im Sozialen, im Praktischen, im Lernen, in Selbständigkeit, in Ruhe, in Ausdauer, Wachheit...

Der Unterricht

Lernen heißt vor allem: die Sinne schulen, Zusammenhänge verstehen, sich selbst und die Dinge um sich herum begreifen. Lehren heisst Weltinteresse wecken, fördern der körperlichen und seelisch-geistigen Fähigkeiten, von Selbstbewusstsein und Ich-Stärke. Schüler und Klassenlehrer vertiefen sich jeden Morgen in ein Sachgebiet, das 4-6 Wochen Unterrichtsthema bleibt. In diesem Hauptunterricht wird von Formenzeichnen, Schreiben, Lesen und Rechnen, über Heimat-, Gesteins-, Pflanzen-, Tier-, Menschen- und Sternkunde bis zu Physik und Chemie und vielem anderen alles unterrichtet, was die Schüler brauchen, um sich und die Welt lieben und kennen zu lernen. Von großer Bedeutung ist alles Rhythmische und Künstlerische im Unterricht. Im sich anschließenden Fachunterricht beginnen wir in der ersten Klasse mit Englisch, Handarbeit, Eurythmie, Musik und Spielturnen. Später kommen Gartenbau, Werken, Religion, Sport, Hauswirtschaft und Kunstbetrachtung dazu.

Die Oberstufe

Ab der 9. Klasse bilden die handwerklich-praktischen, berufsvorbereitenden Fächer einen besonderen Schwerpunkt: Gartenbau im Schulgarten wird durch ein Landwirtschaftspraktikum erweitert, zur Hauswirtschaft gehört auch die Essensausgabe an andere Schüler, zur Handarbeit kommt das Weben, im Werken lernen die Schüler neben dem Bearbeiten von Holz das Schmieden von Kupfer und Eisen. Betriebs- und Handwerkspraktika in der 10. bis 12. Klasse geben den Heranwachsenden eine erste Orientierung für die spätere Berufswahl.

Das Praxisjahr

Für Schülerinnen und Schüler, die wegen ihres besonderen Unterstützungsbedarfs im Bildungsgang "Geistige Entwicklung" unterrichtet wurden, stellt sich nach der Schulzeit die Frage nach dem "wie weiter" in besonderer Weise. Oft wird die Notwendigkeit gesehen, noch eine Zeitlang gezielt auf die nachschulische Bildung und Ausbildung hinzuarbeiten. Hierzu bietet die Johannes-Schule ein "Praxisjahr" an. Im Rahmen ihrer Schulpflicht oder einer Schulzeitverlängerung, wenn die jungen Erwachsenen dadurch "dem Erreichen des Bildungsziels nähergebracht werden können", kann dieses Jahr besucht werden. Das Praxisjahr steht Schülern und Schülerinnen, die die Johannes-Schule nicht besucht haben, ab dem 11. Schuljahr offen. Die Plätze sind begrenzt.


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